Erste Reaktionen auf die Konverter-Entscheidung

Erste Reaktionen auf die Konverter-Entscheidung
Bürgermeister Stefan Martus

Philippsburg will notfalls vor Gericht ziehen

Regionalverband sieht noch offene Fragen

Seit gestern Nachmittag ist die Katze aus dem Sack. Der Netzbetreiber TransnetBW hat eine Entscheidung in der im Vorfeld heiß diskutierten Standortfrage für den XXL-Stromkonverter getroffen. Nach dem Willen des Unternehmens soll die Anlage in Philippsburg in unmittelbarer Nähe zum Kernkraftwerk am Altrhein errichtet werden. Im Philippsburger Rathaus zeigt man sich indes „not amused“. Erst kürzlich hatten sich Bürgermeister Stefan Martus und die Fraktionsvorsitzenden für den Standort „Hexenblättelallee“ ausgesprochen und dessen Vorteile in einem offenen Brief zusammengefasst.  In einer ersten Stellungnahme auf die gestrige Entscheidung schreibt die Stadt nun: „Wir können nicht nachvollziehen, dass der Schutz des FFH-Gebietes (Standort Hexenblättelallee) einen größeren Stellenwert hat, als der Schutz des Menschen. Der Standort „Altrhein“ liegt gerade einmal 600 Meter vom Wohngebiet entfernt. Gegen die von TransnetBW getroffene Entscheidung werden wir alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.“

Erste Reaktionen auf die Konverter-Entscheidung
Karte des geplantes Standortes am Altrhein

Auch seitens des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein fallen die Reaktionen eher verhalten aus. „Die Entscheidung für den Konverterstandort bei Philippsburg wirft aus regionalplanerischer Sicht noch einige Fragen auf“, kommentierte Verbandsdirektor Gerd Hager die Entscheidung von TransnetBW. „Die Ansiedlung am Altrhein würde laut Regionalverband in einen regionalen Grünzug eingreifen, der als verbindliches Ziel der Raumordnung einer solchen Baumaßnahme entgegenstünde. Der Standort käme allenfalls in Betracht, wenn keine Alternativen außerhalb dieses Bereiches machbar wären, so Hager weiter. „Dass dieser Nachweis bereits für alle
Alternativen vorliegt, sei aus den uns vorliegenden Informationen bislang noch nicht erkennbar.“ In der hier zitierten Pressemitteilung macht der Regionalverband zudem klar, dass seiner Auffassung nach noch zahlreiche Fragen offen wären. In Bezug auf das Gelände um das Kernkraftwerk wäre demnach noch zu prüfen, welche atomrechtlichen oder technischen Belange im Einzelnen einer Realisierung des Konverters entgegenstehen.

SPD hält Kreisintegrationspreis für beschädigt
Markus Rupp

Rupp über mangelnde Kommunikation enttäuscht

Die Entscheidung des Netzbetreibers TransnetBW den geplanten Stromkonverter am Standort „Altrhein“ in Philippsburg zu bauen, hat auch SPD-Lanstagskandidat und Kreistagsfraktionsvorsitzender Markus Rupp mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen. So freue er sich für die Menschen in Waghäusel-Wiesental und Oberhausen-Rheinhausen, dass der kontrovers diskutierte und auch von ihm als ungeeignet empfundene Standort „Landstraßenäcker“ nun endgültig vom Tisch sei.

Doch auch der nun von Transnet BW entschiedene Konverter-Standort Philippsburg „Altrhein“ sei keinesfalls die ideale Lösung. Rupp verweist darauf, dass er Mitte Oktober die Transnet BW- Geschäftsführung um eine eingehendere Prüfung des Standorts Neurott-Heidelberg gebeten habe. Dessen Nähe zur Autobahn, die Tatsache, dass sich das Areal bereits im Besitz der TransnetBW befindet und die optimalen Anschlussmöglichkeiten an die bestehende Infrastruktur, hätten in jedem Fall mehr fachliche Analysen und Aufmerksamkeit verdient. Die notwendige Stichleitung zum Netzverknüpfungspunkt Philippsburg, welche auch durch sensible Naturschutzbereiche führe, hätte mit einer Erdkabelleitung umweltverträglich überbrückt werden können. Enttäuscht zeigte sich Rupp, dass er nicht einmal eine Antwort auf seine Initiative von der Transnet BW erhalten habe.

Zumindest, und da sei er sich mit dem Verbandsdirektor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein einig, wäre eine Realisierung des Konverters direkt auf dem Kernkraftwerksgelände Philippsburg sinnvoller als der jetzt fokussierte Standort „Altrhein“.

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