Eppinger Gemeinderat inspiziert Stadtwald

Eppinger Gemeinderat inspiziert StadtwaldWaldbegehung des Gemeinderats am 11. Mai 2015

Gemeinderat informierte sich über den Zustand des größten kommunalen Waldes im Landkreis Heilbronn
Ausgangspunkt der diesjährigen Waldbegehung des Gemeinderates war der Jägersee in Eppingen. Unter der fachkundiger Führung von Forstdirektor Martin Rüter und seinen beiden Revierleitern Michael Meny (Revier Birkenwald) und Jürgen Stahl (Revier Ottilienberg) wurde den Stadträten die tägliche Arbeit des Kreisforstamtes im Eppinger Stadtwald erläutert. Erstmals mit dabei war der Leiter des Kreisforstamtes, Christian Feldmann, der über das laufende Verfahren vor dem Bundeskartellamt informierte, das die bewährten Strukturen der Forstverwaltung gehörig durcheinanderwirbelt. „Langwierige Gerichtsprozesse stehen an und es wird mit harten Bandagen darum gekämpft, ob die Forstämter weiterhin kommunales Nadelholz vermarkten dürfen“, berichtete Feldmann. Kippt diese Praxis, wird es für die Kommunen wie die Stadt Eppingen als größter Waldbesitzer im Landkreis Heilbronn deutlich teurer.

Ein umfangreiches Programm mit vielen Informationen aus erster Försterhand hatten die Eppinger Gemeinderäte bei ihrer gemeinsamen Waldbegehung zu absolvieren. Was die Planzahlen der zehnjährigen Forsteinrichtung zum Ende der Einschlagsaison angeht, liegt der Eppinger Kommunalwald absolut im Soll. 13.500 Festmeter werden jährlich geerntet. 14.700 Festmeter Holz wachsen im gleichen Zeitraum nach, der Gesamtbestand wächst also. Gleichzeitig arbeiten die Forstleute daran, den Wald durch gezielten Einschlag neu aufzubauen. Im Dauerwald wird der Gesamtbestand durch Bäume unterschiedlichen Alters und vieler Arten im Gleichgewicht und gesund gehalten. „Das macht den Wald extrem widerstandsfähig“, erklärte Revierförster Jürgen Stahl. Das Eschensterben hält unvermindert an, der Eichenprozessionsspinner verbreitet sich als Folge der Klimaerwärmung weiter. Der Prozessionsspinner ist nicht nur wegen seiner Brennhaare, die vom Wind verbreitet werden und starke Kontaktallergien auslösen, ein Problem. Das bisherige Schadensbild spricht aber dafür, dass die meisten Bäume den Angriff der gefräßigen Winzlinge überleben. Nur der Mehltau, eine durch Pilzbefall verursachte Baumkrankheit, sollte in diesem Jahr nicht auch noch dazukommen. Sonst könnte es doch noch kritisch werden. Die Esche hat zehn Prozent Anteil im Kommunalwald. 200 Festmeter Einschlag waren vorgesehen. Inzwischen sind 600 Festmeter gefällt. Immerhin konnte das Holz noch zu einem guten Preis verkauft werden. Durch die nassen Winter mit wenig Frost hinterlassen die Rückemaschinen unansehnliche Schneisen und einen verdichteten Boden, auf dem kein Baum mehr wachsen kann. Die Rückegassen werden nun nachgearbeitet. Sie verschwinden dadurch zwar nicht, können aber als dauerhafte Gassen genutzt werden. Beim Abschluss bei der IG Jägersee wurde die forstwirtschaftliche Fragerunde eingeleitet. Abschließend bedankten sich Oberbürgermeister Holaschke und die versammelten Gemeinderäte herzlich für die informative Waldbegehung bei den Forstexperten.

 

Redaktion: Sönke Brenner

Ähnlicher Artikel

Das güldene Parkhaus zu Eppingen

Das güldene Parkhaus zu Eppingen

Gemeinderat entscheidet über die Gestaltung Ein kleines aber wichtiges Update gibt es vom großen Bauprojekt…
Die besten Inder im Kraichgau

Die besten Inder im Kraichgau

Orientalisch genießen im Hügelland Es gibt Küchen die im Kraichgau nicht gerade überrepräsentiert sind, für…
Fasching 2018 – Alle Termine im Kraichgau

Fasching 2018 – Alle Termine im Kraichgau

Mund abbuzze, Kappen auf und los geht´s Die fünfte Jahreszeit in der Region hat begonnen!…
Wider dem Hygienewahn – Fresst mehr Dreck!

Wider dem Hygienewahn – Fresst mehr Dreck!

Warum der Kampf gegen Keime und unser Kontrollzwang falsch sind Wir leben in einer Welt…