Eppingen feierte Zrínyi-Fest mit der ungarischen Partnerstadt Szigetvár

Zu den Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Schlacht zwischen Ungarn und Türken vor 450 Jahren war eine 40-köpfige Delegation aus Eppingen in die ungarische Partnerstadt Szigetvár gereist. Zu ihr gehörten einige Stadträte unter der Führung von Oberbürgermeister Klaus Holaschke sowie der Partnerschaftsausschuss Eppingen-Szigetvár mit der Vorsitzenden Elisabeth Hajduk. Fünf Tage lang feierten die Gäste aus Eppingen mit ihren Freunden aus der ungarischen Partnerstadt.

Rund 1.000 Kilometer reiste die Gruppe aus dem Kraichgau mit dem Bus an, um bei der Festwoche zur 450-Jahr-Feier dabei zu sein. Miklós Zrínyi stellte sich 1566 dem zahlenmäßig übermächtigen türkischen Heer entgegen und stoppte den Marsch auf Wien. Zrínyi-Denkmäler in der ganzen Stadt zeugen auch heute noch von der Heldentat des ungarisch-kroatischen Burgherrn. Zahlreiche Regierungsvertreter aus Ungarn, Kroatien und der Türkei, Fernsehanstalten aus aller Welt und hochrangige Tageszeitungen berichteten über das Ereignis. Sogar die renommierte New York Times widmete dem Jubiläum eine Sonderseite. Gefeiert wurde in der ganzen Stadt mit historischen Gruppen, die die legendäre Schlacht nachstellten. Beim Zrínyi-Festmahl im Kulturzentrum Vigadó wurde ein buntes Unterhaltungsprogramm auf der Bühne gezeigt.

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten waren die Zrínyi-Festspiele am Sonntagnachmittag mit der Schlussfeier in der Burg, bei der 17 Trauerkränze an der Zrínyi-Statue niedergelegt wurden. Ein fulminantes Feuerwerk bildete den Abschluss der Festwoche. Szigetvárs Bürgermeister Dr. Péter Vass, seit rund zwei Jahren im Amt, ließ es sich nicht nehmen, trotz der vielen Termine bei der Festwoche die Eppinger Delegation im Rathaus zu empfangen. Mit dabei waren auch der Ausschussvorsitzende Dr. József Arasci und sein Pendant aus Eppingen, Elisabeth Hajduk. „Es ist ein gutes Gefühl, dass so viele Menschen an diesem überregional bedeutsamen Jubiläum teilhaben“, betonte Bürgermeister Dr. Péter Vass. Szigetvár erhoffe sich dadurch nachhaltige Impulse für den Tourismus. Dazu gehören ein Vier-Sterne-Hotel und die Erweiterung des Thermalbades zu einem Erlebnisbad. Für touristischen Aufschwung soll auch die neueste Attraktion sorgen, die zum Ausflugsprogramm für die Eppinger Reisegruppe gehörte. Auf einem Hügel vor dem Ort wollen Archäologen das Grab des türkischen Sultans Süleyman I. entdeckt haben. Die Ausgrabungen sind noch nicht öffentlich zugänglich, sollen aber zu einem Touristenmagneten werden.

Bürgermeister Dr. Vass, der neben seinem Amt als Stadtoberhaupt auch noch eine Tierarztpraxis betreibt, wies auf die schwierige Struktur im Gemeinderat von Szigetvár hin. Als politisch neutraler und unabhängiger Bürgermeister kann er sich nie der Mehrheit des Gemeinderates mit drei verschiedenen Gruppierungen sicher sein. Dies erschwere sein ohnehin nicht leichtes Amt gehörig. Oberbürgermeister Klaus Holaschke betonte, dass die Beziehungen zwischen Szigetvár und Eppingen wieder auf einem stabilen Fundament stehen. Dies belege auch der Besuch des ungarischen Bürgermeisters beim Eppinger Altstadtfest 2015 und einer großen Delegation aus Szigetvár, die einen Großteil des Festprogramms im Kraichgau mitgestaltet habe. „Wir nehmen nach dieser Woche wieder viele neue und herzliche Eindrücke aus Szigetvár mit“, freute sich Oberbürgermeister Holaschke auf die Silberne Hochzeit, die die beiden Partnerstädte 2017 in Eppingen beim Altstadtfest feiern wollen.

Nach den Ansprachen der Stadtoberhäupter überreichte Oberbürgermeister Holaschke an seinen ungarischen Amtskollegen ein Bild des Eppinger Marktplatzes.  Anschließend besuchte die Delegation den Eppingen-Platz, auf dem eine Nachbildung der Statue am Szigetvár-Platz aus Mühlbacher Sandstein steht. Bei einem letzten gemeinsamen Festessen mit dem Partnerschaftsausschuss Szigetvár und der Reisegruppe aus Eppingen wurden nochmals Worte der Freundschaft ausgesprochen. Am nächsten Morgen reiste die Delegation wieder in den Kraichgau. Die Reise nach Ungarn zum Jubiläum 450 Jahre Zrínyi-Feier war für alle ein unvergessliches Erlebnis.

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