Elektroschocks aus dem „Defi“ können Leben retten

Elektroschocks aus dem „Defi“ können Leben retten
Bereitschaftsleiter Fabian Fellhauer und Alexander Fellhauer sowie DRK-Vorstand Christian Orlik und Kassier Andreas Fellhauer erläutern Bürgermeister Felix Geider (M.) die Funktionsweise des Gerätes

Wichtige Neuanschaffung der DRK-Notfallhilfe von Stadt unterstützt

Bei der Notfallhilfe des Östringer Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes konnte jetzt mit maßgeblicher finanzieller Hilfestellung der Stadtverwaltung ein neuer Defibrillator in Dienst gestellt werden. Das Vorgängergerät hatte den Rettungskräften des Roten Kreuzes fünfzehn Jahre lang treue und zuverlässige Dienste geleistet, bis es im vorigen November bei einem Einsatz zu Boden stürzte und dabei einen Schaden erlitt, dessen Instandsetzung auch mit Blick auf die vergleichsweise lange Nutzungsdauer des Schockgebers unwirtschaftlich erscheinen musste.

Die mit ehrenamtlichen Kräften besetzte Östringer Notfallhilfe wird pro Jahr durchschnittlich 130 bis 150 Mal zur Hilfeleistung angefordert und bei sechzig Prozent der Einsätze benötigen die Helfer einen funktionsfähigen „Defi“. Auf die missliche Situation hatte der DRK-Ortsverein sofort reagiert und unverzüglich in die Beschaffung eines Ersatzgeräts investiert, um die Ausrüstung der Notfallhilfe schnellstens wieder zu ver- vollständigen. Die zu diesem Zeitpunkt nicht eingeplanten Finanzierungsmittel hatte das Rote Kreuz dabei allerdings von anderen wichtigen Investitionsvorhaben abziehen müssen.

Als Bürgermeister Felix Geider bei einem Gespräch mit den DRK-Verantwortlichen von der unversehens eingetretenen Notlage erfuhr, reagierte er sofort und sagte mit Blick auf die Bedeutung einer adäquat ausgestatteten Notfallhilfe für die Bevölkerung die Übernahme der Anschaffungskosten für den neuen Defibrillator zu.

Mit dem Defibrillator können die Einsatzkräfte dem „plötzlichen Herztod“ entgegenwirken, der in den westlichen Industrieländern als Todesursache Nummer 1 gilt. Allein in Deutschland sterben jährlich mehr als 120.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem solchen vorab nicht erkennbaren Versagen der Herzfunktion. Der plötzliche Herztod, der zunehmend auch jüngere Menschen trifft, kann jederzeit drohen, insbesondere zu Hause, aber auch beim Sport und am Arbeitsplatz. Sehr häufig tritt er als Folge eines Herzinfarkts auf und gilt als besondere Herausforderung im Rahmen des Gesundheitsschutzes sowie der betrieblichen Ersten Hilfe.

Direkte Ursache für den plötzlichen Herztod ist in den meisten Fällen das Auftreten von Herzkammerflimmern. Die sogenannte Defibrillation, also eine Elektroschockbehandlung, ist in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je früher defibrilliert wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Herz-Kreislauf-Stillstand überwunden und der Patient reanimiert werden kann.

Mittlerweile sind sogenannte Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) verfügbar, die auch von Laien bedient werden können, so dass noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes wirksame Hilfe geleistet werden kann. Der AED unterstützt die Reanimation durch akustische und optische Signale sowie gesprochene Anweisungen und dient darüber hinaus auch zur schnellen Diagnose und Fallbeurteilung.

Bei einem Ortstermin im Vereinsheim des Östringer Roten Kreuzes ließ sich Bürgermeister Geider nun persönlich über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des neu angeschafften Defibrillators informieren und brachte gegenüber den ehrenamtlichen DRK-Helfern bei dieser Gelegenheit seine besondere Anerkennung für ihr außerordentliches persönliches Engagement zum Wohle der Stadtbevölkerung zum Ausdruck. Die DRK-Bereitschaftsleiter Alexander Fellhauer und Fabian Fellhauer sowie Vorstand Christian Orlik und Kassier Andreas Fellhauer dankten ihrerseits dem Rathauschef nochmals für die großzügige Unterstützung der Einsatztätigkeit der DRK-Notfallhilfe.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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One Comment on “Elektroschocks aus dem „Defi“ können Leben retten

  • Bis ein Laie die Gebrauchsanweisung dieser hochumjubelten Geräte studiert hat und damit beginnt zu hantieren, sind dem bewußtlosen Patienten die Hirnzellen abgestorben. Wichtiger wäre eine Herzdruckmassage und Mund zu Mund Beatmung, damit das Hirn mit Sauerstoff versorgt wird. Alles Andere ist nicht zu empfehlen.

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