Eine neue Moschee für Oberderdingen

Eine neue Moschee für Oberderdingen
Moschee vor blauem Himmel (Symbolbild/Archiv)

Gemeinderat gibt grünes Licht für Bauprojekt der türkischen Gemeinde

Bis auf eine Gegenstimme und eine Enthaltung hat der Gemeinderat Oberderdingen den Weg frei gemacht für den Neubau des türkischen Gemeindezentrums an der Flehinger Straße. Die Pläne sind umfangreich: So soll ein Gemeindesaal, ein Ladengeschäft, eine Wohnung und eben auch eine Moschee gebaut werden. Bürgermeister Thomas Nowitzki sieht den Entwurf dafür als sehr gelungen an, auch der Standort sei der bestmögliche im Gemeindegebiet. Lediglich über die Höhe des angedachten Minaretts muss noch gesprochen werden. Die geplante Höhe von etwas über 18 Meter, würde man im Rat gerne um ca. 2 Meter stutzen. Auch über die Zahl der Parkplätze herrscht noch Uneinigkeit. Baurechtlich würden zwar die geplanten 25 Plätze ausreichen, doch der Bürgermeister befürchtet dass in der Praxis wohl eher die doppelte Anzahl nötig werden. Man spräche daher mit der türkischen Gemeinde auch über einen Ablösevertrag einer Ebene des geplanten Parkhauses, das mittelfristig in der Nähe entstehen soll.

Doch das Bauprojekt wird auch von kritischen Stimmen begleitet. Als delikat wird dabei angesehen, dass die Gemeinde der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V. zugehörig ist. Dieser besser als DITIB bekannte Dachverband, untersteht der Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Zwar sollen zur Finanzierung des Bauprojektes keine Gelder aus der Türkei nach Oberderdingen fließen, dennoch monieren Kritiker die Ditib-Gemeinden als verlängerten Arm des türkischen Staates. Dass dies nicht zwangsläufig auf alle Ditib-Gemeinden in der gelebten Praxis auch zutrifft, spiegelt die hohe Akzeptanz der Gemeinde Oberderdingen im Ort wieder.

Im nächsten Schritt sollen die Bürgerinnen und Bürger auf einer Informationsveranstaltung über das Bauvorhaben, das die Änderung eines 25 Jahre alten Bebauungsplanes notwendig macht, umfassend informiert werden. Dass das Bauprojekt noch scheitern könnte, davon geht Bürgermeister Thomas Nowitzki nicht aus. Bisher zeichne sich eine breite Zustimmung zu den Moscheebau-Plänen im Rat und in der Bevölkerung ab.

Ähnlicher Artikel

Paketdiebstahlsserie in Oberderdingen aufgeklärt

Paketdiebstahlsserie in Oberderdingen aufgeklärt

Die umfangreichen Ermittlungsarbeiten des Polizeipostens Oberderdingen führten am Mittwoch zur vorläufigen Festnahme eines 23-jährigen Paketzustellers,…
Fasching 2018 – Alle Termine im Kraichgau

Fasching 2018 – Alle Termine im Kraichgau

Mund abbuzze, Kappen auf und los geht´s Die fünfte Jahreszeit in der Region hat begonnen!…
Fast-Food-Notstand im Kraichgau entschärft

Fast-Food-Notstand im Kraichgau entschärft

Während in Bruchsal das Fast Food-Angebot üppig ausfällt, herrscht in Eppingen, Kraichtal und Östringen immer…
Alle Weihnachtsmärkte 2017 im Kraichgau

Alle Weihnachtsmärkte 2017 im Kraichgau

Die schönste Zeit des Jahres steht bevor Hurra, es weihnachtet bald wieder im Kraichgau. Schon…