Ein Käfig mit Fenstern mitten in der Stadt

Ein Käfig mit Fenstern mitten in der Stadt
Grafik: Stadt Eppingen

Eppinger Gemeinderat beschließt Parkhaus-Fassade aus Streckmetall

Ein Parkhaus ist von Natur aus nicht gerade ein Ort, der Ästhetik oder Esprit ausstrahlt. Es sind mehrere Betonebenen die mittels Rampen verbunden werden um möglichst viele Parkplätze an einem Ort bereit zu stellen. Das neue Eppinger Parkhaus in der Wilhelmstraße steht nun allerdings in einem Umfeld, das auf neue Bauelemente äußerst sensibel reagiert. Inmitten der zahllosen Sandstein- und Fachwerkgebäude hat es von Natur aus kaum Chancen sich nahtlos ins Gesamtbild der historischen Umgebung einzufügen. Zur linken findet sich die alte Grundschule, zu rechten der ehrwürdige Ratskeller und gegenüber das Rathaus der Stadt.

Der Eppinger Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit einer schwierigen Aufgabe, nämlich der optischen Verkleidung des funktionellen Klotzes befassen müssen und sich nach intensiver Diskussion für eine Fassade aus sogenanntem Streckmetall entschieden. Dabei handelt es sich um eine Art Maschendrahtzaun aus massivem Metall der den Blick auf das nackte Skelett des Parkhauses verdecken, aber gleichzeitig noch genug Licht ins Innere lassen soll. Wie die Rhein-Neckar-Zeitung schreibt, fiel die Entscheidung im Rat darauf alles andere als einstimmig aus. Manche Ratsmitglieder plädierten offenbar vehement für ein unverkleidetes Erscheinungsbild des neuen Parkhauses.

Doch mit oder ohne Verkleidung – Freunde der klassischen Kulisse der alten Fachwerkstadt werden in jedem Fall schlucken müssen, wenn sie das erste Mal dem funktionalen Bau gegenüber stehen. Durch die nun beschlossene Fassade aus Streckmetall erhält das Parkhaus nun die Optik eines großen Käfiges, der jedoch durch die Installation von Fenster-Elementen einen moderneren und offeneren Look erhält. Vergessen werden darf dabei aber nicht: Es handelt sich hier um ein Parkhaus – nicht mehr und nicht weniger. Ein funktionelles Gebäude mit einer klar umrissenen Aufgabe. Das hier keine Sandsteinfassade oder Fachwerk mit Giebeln und Erkern möglich war, dürfte sich von alleine verstehen. Das mit 3,9 Millionen Euro angesetzte Bauvorhaben „Parkhaus Wilhelmstraße“ soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden und dann die angespannte Parkplatz-Situation in der Stadt entschärfen.

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