D´Weiwä sen än allem schuld

Krunämä Heimatbühne lockt viele Besucher

Es war fast wie früher an den Hauptfastnachtstagen. Der Parkplatz vor der großen Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Fleck besetzt und selbst die Anliegerstraßen gaben keine Parkmöglichkeit mehr her. Im Auditorium der Halle, die zum achtzehnten Mal zum Kronauer Heimattheater und Kulturtempel avancierte, herrschte der gleiche Zustand. Alle Plätze (davon viele auf den beidseitigen Tribünen) belegt, die Versorgungsfläche im hinteren Hallenbereich gut besucht, die Stehtische vor der großen Sektbar in mehreren Reihen umlagert.

Das Volkstheater „Krunämä mit Kuddl un Labbä“ öffnet den Vorhang für den Dreiakter „D´Weiwä sen än allem schuld“, einem Luststück, nach dessen Skript Onkel Oskar im Alter von über 90 Jahren auf dem Fahrrad einfach eingeschlafen und verstorben ist. Der Neffe Ernst (Martin Vocke), ein Lebenskünstler und Schnorrer, holte ohne Wissen seiner älteren Schwester Lisbeth (Maria Heß) die Urne des Verblichenen ins Haus. Da war es aus mit dem „Ruhe sanft“, denn dem, von irdischen Gelüsten und Begierden infizierten Geschwisterpaar, geriet alles durcheinander. Während Ernst seiner Verlobten Sonja (Uta Türmer) und seiner 2. Verlobten Stefanie (Marie Louise Moch) (über den Balkon) gleich zwei Damen nachstieg, stand dessen ältere Schwester Lisbeth mit beiden Beinen auf dem Boden. Aber, als der akademische Freund Waldemar (Josef Wittek) „des isch doch ä Debbeli“ aufkreuzte, bekam deren nüchterner berechnende Blick einen schmachtenden ja lüsternenen Augenaufschlag.

Die beiden Gespielinnen von Ernst gingen sich massiv an die Haare, als sie sich kennenlernten. Die Haare stellten sich jedoch Waldemar, als die wollüstige Liesbeth ihre Triebhaftigkeit mit ihren Kochkünsten untermauerte. Zuerst zur Flucht bereit, lähmten etliche geistige Getränke den Widerstand des Begehrten. Die Verstrickungen fanden nur zum Teil glückliche Finales. Wer aber letztendlich auf der Happyend Strecke blieb, darf wegen der dritten Aufführung am kommenden Samstag noch nicht verraten werden. Das Possenspiel mit dem rustikalen „Krunämä Zungenschlag“ und den urkomischen Ausdrücken, brachte das Publikum zum Wiehern und die Hauptdarsteller, bei insgesamt nur fünf Schauspielern und fast zwei Stunden Programm, an den Rand der Erschöpfung und brachte sowohl dem Regisseur Helmut sowie die Souffleuse Hildegard Braunecker viel Arbeit. Die dritte und letzte Aufführung beginnt am kommenden Samstag, den 02. Dezember um 19.30 Uhr in der Kronauer Mehrzweckhalle.

Redaktion: Frieder Scholtes

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