Der ganz lange Atem – Rekordjagd der Apnoetaucher am Hardtsee

Ein Atemzug – Minuten unter Wasser

Fast unbemerkt von den zahlreichen Badegästen wurde der Hardtsee Ubstadt-Weiher am Sonntag-Mittag zur Wettkampf-Arena. Der Stuttgarter Tauchverein TC Manatees war mit der klaren Mission angereist, die aktuellen Deutschen Rekorde im Apnoe-Streckentauchen zu knacken.

Unter Apnoetauchen versteht man einen Tauchgang der mit einem einzigen Atemzug den Taucher möglichst tief – oder wie in diesem Fall möglichst weit bringen soll. Minutenlang müssen die Taucher dabei die Luft anhalten und überschreiten dabei jenen Punkt bei weitem, an dem ein ungeübter Schwimmer schön längst nach Luft ringen würde. Das Protokoll für die folgenden Tauchgänge ist dabei klar umrissen. Nach dem Auftauchen muss der Taucher einen festen Bewegungsablauf einhalten – erst dann gilt der Tauchgang als abgeschlossen.

Die beiden Favoriten aus Stuttgart waren Dagmar Andres-Brümmer und Thomas Plum. Dagmars Ziel war es den aktuellen Deutschen Rekord aus dem Jahr 2010 in der Disziplin Streckentauchen mit Flosse im See von 152 Meter zu überbieten. Thomas hingegen trat an um den Rekord im Streckentauchen ohne Flosse von 130 Meter aus dem Jahr 2016 zu überbieten.

Beide Sportler sind erfahrene Taucher und seit Jahren Könige in ihren jeweiligen Disziplinen. Auf den heutigen Tag haben sich beide gewissenhaft und intensiv vorbereitet.

Dann ging es los. Zuerst ging Dagmar an den Start. Im Wasser folgt die Taucherin dabei einem Führungsseil und wird zudem von einer ganzen Reihe an Helfern begleitet. Sie behalten Dagmar immer im Auge um bei einem möglichen Blackout sofort zur Stelle zu sein.

Dann das Ergebnis der Streckenrichter… Geschafft! 161,3 Meter hat Dagmar mit nur einem Atemzug zurückgelegt und damit den bisherigen Rekord um fast 10 Meter überboten. Mehr musst es heute nicht sein.

Nun war Thomas Plums Moment gekommen. Konzentriert und ruhig machte sich der Tauch-Profi für seinen Rekordversuch bereit. Mit jeder Minute die verstrich, verstummten die Zuschauer am Ufer immer mehr und richteten Ihre Aufmerksamkeit auf Thomas.

Dann hieß es: Tief Luft holen und unter Wasser…. Nach einigen Minuten war jedoch klar. Der Versuch war in den letzten Sekunden gescheitert – Die Wettkampfrichter signalisieren mit der roten Karte: Game Over. Wieder an Land berichtete Thomas, dass er im sogenannten „Flow“ zu weit tauchte und damit den optimalen Zeitpunkt für ein sauberes Auftauchen versäumte. Durch ein kurzes erneutes Eintauchen des Kopfes galt das Protokoll als nicht eingehalten und der Rekordversuch als gescheitert.

Trotzdem eine grandiose Leistung – Fast 150 Meter ohne Flossen mit nur einem einzigen Atemzug. Mit so viel eisernem Willen und einer Kondition die ihresgleichen sucht, wird der Rekord im kommenden Jahr in jedem Fall durch Thomas geknackt. Wir drücken ganz fest die Daumen und halten jetzt schon gespannt die Luft an – wenn auch sicher nicht so lange wie Dagmar und Thomas.

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