Das Tut-Weh-LAN in Bretten

Das Tut-Weh-LAN in Bretten
WLAN in Bretten – Bin ich schon drin, oder was?

Warum einfach wenn es auch kompliziert geht?

Stellen wir uns doch einmal folgendes Szenario vor: Wir sitzen gemeinsam an einem lauen Sommerabend auf Brettens wunderschönem Marktplatz und quatschen über alte Zeiten. Boris fällt ein dass er noch ein tolles Urlaubsvideo vom letzten Italien-Trip in seiner Dropbox liegen hat und wir anderen wollen das Teil natürlich sofort sehen. Um Datenvolumen zu sparen schaut sich Boris also die Liste der verfügbaren WLAN-Hotspots auf dem Marktplatz an und frohlockt als er zwei freie Netze namens Baden WLAN und Bretten WLAN findet.

Erkenntnis Nummer 1:
Beide Netze sind in diesem Fall identisch. Seit einigen Monaten bietet die Stadt gemeinsam mit den Stadtwerken das Gratis-WLAN ausschließlich auf dem Marktplatz an – technisch betrieben wird es von dem Verein INKA, der als nichtgewerblicher Anbieter die Region Karlsruhe in den Genuss eines Internetzugangs bringen will.

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Soweit so gut, also nichts wie rein ins Netz. Dazu zückt Boris das Smartphone wählt bei den verfügbaren Netzen besagtes Bretten WLAN und wird auf einen Login-Bildschirm weitergeleitet. Nun kann er seine Zugangsdaten eingeben, die er natürlich nicht hat.

Erkenntnis Nr. 2:
Ohne Registrierung geht nix. Bisher war ein solcher Schritt zwar unumgänglich, da der Betreiber des WLAN-Hotspots für eventuelle Rechtsverletzungen über seine Datenleitung haften musste. Seit aber der Bundestag die Abschaffung dieser Haftung zwar nicht explizit aber zwischen den Zeilen besprochen hat, könnte dieser lästige Schritt mit etwas Glück aber bald wegfallen. Genau hier hakt es nämlich gewaltig im Brettener System und macht damit das ganze Angebot unnötig schwierig zu handhaben.

ssbretten
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Wer nämlich bei der Registrierung seinen Namen, seine Emailadresse und seine Handy-Nummer eingegeben hat, bekommt Sekunden später eine Bestätigungs-SMS geschickt. Diese SMS enthält zwar einen Link der mit einem einfachen Klick nicht aber etwa endlich ins Netz führt, sondern auf die Login-Seite, wo die Zugangsdaten in reiner Textform manuell eingegeben werden müssen. Nun muss unser Boris also den Login-Namen per Finger markieren, dann das Dialogfeld „Ausschneiden“ drücken, per Taskmanager zurück zum Login-Feld navigieren, dort per langem Touch das Dialogeld „Einfügen“ drücken und schließlich diesen Prozess noch mit dem Passwort wiederholen. Durch das filigrane Gefrickel auf dem kleinen Bildschirm, löst der Login-Schirm aber leider nach einer gewissen Zeit einen Reload bzw. einen Time-out aus, so dass das ganze Szenario wiederholt werden muss. In reinstem Hochdeutsch wird man darüber  informiert, dass die Service Transaktion expired ist. Wer für die Gesamtprozedur zu lange braucht, ist also verdammt den gesamten Ablauf zu wiederholen. In Boris Fall haben wir irgendwann einfach entnervt aufgegeben und lieber das mobile Daten-Guthaben gemolken.

Das Fazit:
WLAN auf dem Marktplatz ist zwar eine feine Sache, die technische Umsetzung fällt aber leider zu kompliziert und umständlich aus.

Weitere Infos:
Abschaffung der Störerhaftung @Spiegel Online
Baden WLAN

 

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