Das älteste Puzzle der Region ist gelöst

Flurbereinigung zwischen Bruchsal und Ubstadt-Weiher
Geschafft! Die Flurbereinigung zwischen Bruchsal und Ubstadt-Weiher gilt nun als abgeschlossen!
Die Flurbereinigung zwischen Bruchsal und Ubstadt-Weiher gilt nach knapp 50 Jahren als abgeschlossen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten 50 Jahre lang an einem Puzzle-Spiel mit vielen tausend Teilen arbeiten und hätten dabei auch noch dutzende Mitspieler mit unterschiedlichsten Vorgehensweisen und Wünschen am Tisch sitzen. Klingt verdammt kompliziert, ist aber genau so in der Region zwischen Bruchsal und Ubstadt-Weiher geschehen.

Beim sogenannten Flurneuordnungsverfahren wurden unzählige, zersplitterte und damit unwirtschaftliche Grundstücke zusammengefasst und nach effizienten Gesichtspunkten neu geordnet. Eine Mammutaufgabe die ihren Anfang vor fast 50 Jahren anno 1968 nahm. Damals beschlossen unter anderem die Stadt Bruchsal und die Gemeinde Ubstadt, den unrentablen Mini-Grundstücken den Kampf anzusagen und im großen Maßstab – salopp ausgedrückt – einmal richtig aufzuräumen.

So wurden tausende Grundbücher bereinigt, 5.200 Grundstücke zu 2.400 zusammengefasst, hunderte Kilometer Wege und Wasserläufe gezogen. Es entstanden Teiche, Biotope, Park und Rastplätze, Schutzhütten und Ruhebänke. Führt man sich die Liste aller Maßnahmen vor Augen, so erahnt man wieso dieses Projekt unmöglich in wenigen Wochen zu stemmen war. Dass es jedoch fast fünf Jahrzehnte verschlingen würde, damit hätte am Ende doch keiner der Beteiligten gerechnet. Die Landwirte Alban Brecht, als Vorsitzender und Richard Schleicher als stellv. Vorsitzender, waren als einzige Teilnehmer von Anfang an im Boot. Sie zeigten sich bei der nun abgehaltenen Feierstunde zum offiziellen Abschluss der Flurbereinigung Bruchsal/Ubstadt-Weiher erfreut über den positiven Ausgang dieser Lebensaufgabe. Gemeinsam mit Vertretern der Landkreise sowie Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia-Petzold Schick und Ubstadt-Weihers Bürgermeister Tony Löffler, enthüllten Sie nahe des Eisenhutes eine steinerne Säule, die fortan an das erfolgreiche Projekt erinnern soll.

Heute wäre eine solche Aufgabe kaum noch lösbar, weiß Tony Löffler der zu Beginn der Flurbereinigung noch im Kindesalter war. Zeitintensive und komplizierte Projekte wie die Errichtung der Schnellbahnstrecke, der Kreismülldeponie, des Hochwasserrückhaltebeckens „Silzenwiesen“ oder mancher Kreisstraße haben schon damals für erhebliche Verzögerungen des übergeordneten Flurbereinigungsprojekte gesorgt. Heute lägen die bürokratischen Hürden noch deutlich höher, so das erfahrene Gemeindeoberhaupt weiter. Auch der Bruchsaler Landwirt Dr. Ulrich Dahm sieht in der zunehmenden Bürokratisierung eine unglückliche Entwicklung und zudem ein deutliches Hemmnis für jegliche Art von Innovation und Fortbewegung. Auch er zeigte sich erleichtert über den Abschluss des Multi-Millionen-Projektes. Ob ein derart umfangreiches Vorhaben an anderer Stelle im Kraichgau je wieder umgesetzt werden kann, hängt von der Weitsicht aller Beteiligten ab und nicht zuletzt von den zweifelsohne benötigten, stahlharten Nerven.

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