Abgeordnete bestürzt über den Verkehrslärm an der Östringer Hauptstraße

Abgeordnete bestürzt über den Verkehrslärm an der Östringer Hauptstraße
Bild: Links MdL Katzenstein, 2.v.r. Bürgermeister Felix Geider, rechts MdL Ulli Hockenberger

Aus vielen Rohren auf die Ohren

In Östringen bleibt die übermäßige Belastung der Anwohner der Hauptstraße durch Verkehrslärm, Feinstaub, Abgase und Unfallgefahren weiter ganz vorne auf der kommunalpolitischen Agenda. Bürgermeister Felix Geider hatte jetzt die Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein (Bündnis 90/Die Grünen) und Ulli Hockenberger (CDU) zum Ortstermin an der Hauptverkehrsader der Kraichgaustadt eingeladen, die als Durchfahrt der Bundesstraße 292 tagtäglich auch einen besonders hohen Anteil an überörtlichem Verkehr zu verkraften hat. Zu Fuß nahmen das Stadtoberhaupt und die Landespolitiker den zentralen Abschnitt der Hauptstraße zwischen der Jugendmusikschule und dem Feuerwehrhaus in Augenschein und erlebten dabei sozusagen „hautnah“ die nachhaltigen Beeinträchtigungen der Passanten und der Wohnquartiere im Nahbereich der B 292.

„Die besonderen Risiken für Fußgänger und Radfahrer sind augenfällig“, kommentierte MdL Katzenstein, der Mitglied im Verkehrsausschuss des Landtags sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Verkehr ist, die bei der Visite in Östringen angetroffene Situation. „An bestimmten Streckenabschnitten im Zentrum wird die Gefährdungslage auch noch verstärkt durch Bürgersteige, die deutlich weniger als einen Meter breit sind“, analysierte MdL Hockenberger die Problematik.

„Wir werden weiter um jede nur mögliche Verbesserung für die Menschen kämpfen“, betonte Bürgermeister Geider im Gespräch mit den beiden Abgeordneten. Der Rathauschef betonte in diesem Zusammenhang außerdem, dass das enorme Verkehrsaufkommen auf der B 292 die Kommune seit Jahren bei der zukunftsweisenden städtebaulichen Neuausrichtung des Ortszentrums inklusive einer Stärkung des Radverkehrs behindere: „Bei einer solchen Blechlawine können viele Konzepte schlichtweg nicht umgesetzt werden.“

Bürgermeister Geider hob hervor, dass man unter dem Eindruck der alarmierenden Basisdaten des 2015 beschlossenen Lärmaktionsplans zwischenzeitlich zwar erste Fortschritte erzielt und beispielsweise im Zusammenwirken mit dem Karlsruher Regierungspräsidium die ganztägige Vorgabe von „Tempo 30“ auf der gesamten Ortsdurchfahrt oder das Transitverbot für Schwerverkehr ab 12 Tonnen erreicht habe. „Die Lärmemissionen des Verkehrs sind allerdings gerade im Zentrum und vor allem auch in den Nachtstunden nach wie vor deutlich zu hoch und gefährden die Gesundheit der Menschen“, verwies das Stadtoberhaupt auf die Ergebnisse einer aktuellen Überprüfung der Auswirkungen der bereits vollzogenen Maßnahmen. Und eine nachhaltige Entlastung der Anwohner der rund zwei Kilometer langen Ortsdurchfahrt sei ohne weitere Schritte schon deshalb nicht zu erwarten, weil das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße nach allen Prognosen auch in der Zukunft noch erheblich zunehmen werde.

Bereits gegenwärtig hat es Östringen an manchen Tagen mit bis zu 18.500 PKW und rund 1.100 Schwerverkehrsfahrzeugen auf der Ortsdurchfahrt zu tun. Bürgermeister Geider und der Gemeinderat setzen daher weiter darauf, dass das in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommene Projekt einer Ortsumfahrung für Östringen zeitnah planerisch näher betrachtet wird. Den Landtagsabgeordneten Katzenstein und Hockenberger gab der Rathauschef nun die neuesten Zahlen und Daten zur Verkehrs- und Lärmbelastung entlang der Östringer Hauptstraße mit auf den Rückweg nach Stuttgart. In gleicher Sache will Felix Geider nach der Sommerpause auch noch persönlich im Verkehrsministerium vorstellig werden und sich dort dafür einsetzen, dass das Vorhaben einer Ortsumfahrung für Östringen bei der dieses Jahr auf Landesebene anstehenden Priorisierung der im Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Straßenbauvorhaben angemessen berücksichtigt wird. Schon in nächster Zeit will Östringen zudem aktuelle Informationen zur Feinstaubbelastung an der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße ermitteln lassen.

Redaktion: Wolfgang Braunecker

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