76 Flüchtlinge ziehen in den Malscher Kahlbachring

76 Flüchtlinge ziehen in den Malscher Kahlbachring
Symbolbild (Archiv)

Belegung der neuen Gemeinschaftsunterkunft startet Mittwoch, 15. Juni

Nachdem sich die für April vorgesehene Ankunft von Asylbewerbern und Flüchtlingen in der neuen Gemeinschaftsunterkunft zeitlich etwas verzögert hat, werden am Mittwoch, 15. Juni, die ersten 76 die umgebauten Gebäude im Gewerbegebiet von Malsch (Kahlbachring 5) beziehen. Bei den Neuankömmlingen handelt es sich um Männer aus der großen Notunterkunft in Leimen. Ursprünglich stammen sie aus Afghanistan (6), Eritrea (7), Gambia (6), Irak (12), Iran (6), Kamerun (6), Nigeria (6), Pakistan (6), Syrien (16) und Togo (5). Insgesamt können in der neuen Gemeinschaftsunterkunft, die der Rhein-Neckar-Kreis von einem Investor für die Dauer von drei Jahren angemietet hat, bis zu 180 Personen eine vorläufige Bleibe finden.

„Wir sind froh, nun diese sehr gute Unterkunft zur Verfügung zu haben“, sagt der Ordnungsdezernent des Kreises, Christoph Schauder. Zwar hat sich die derzeitige Zugangssituation momentan entschärft, im Frühjahr war der Kreis noch mit rund 180 Flüchtlingen wöchentlich konfrontiert, für den Juni sind lediglich insgesamt 24 Personen avisiert. Darunter sind kaum Familien, sodass die für Malsch zuerst ins Auge gefasste Belegung sich im Augenblick nicht realisieren lässt, jedoch seien solche gut hergerichteten Gemeinschaftsunterkünfte für den Kreis und besonders die Schutzbedürftigen sehr wichtig. Denn dort lassen sich die Betreuungsaufgaben viel besser angehen als in Notunterkünften, da die Situation viel entspannter ist, zeigt sich der Ordnungsdezernent davon überzeugt, dass die Unterbringung in Malsch gut funktionieren wird.

Mit der neuen Unterkunft im Weinort hat das Ordnungsamt des Kreises in dann 28 Städten und Gemeinden rund 7.100 geflüchtete Menschen vorläufig untergebracht. Davon leben jetzt noch knapp 1.700 in Notunterkünften, die der Kreis sukzessive leeren will. Malsch und Neckarbischofsheim, in dem vor wenigen Tagen die Belegung einer Gemeinschaftsunterkunft begonnen hat, zählen zu den acht Kommunen, in denen trotz der aktuell rückläufigen Flüchtlingszahlen weitere Unterkünfte bezugsbereit oder für den weiteren Jahresverlauf geplant sind (die anderen sind Hirschberg, Bammental, Schönau, Nußloch, Ketsch und Plankstadt).

Diese Planungen dürfe man nicht zurückstellen oder gar beenden, sagt Schauder, denn zum einen bilden die derzeitigen Zuweisungen in den Rhein-Neckar-Kreis nicht vollumfänglich den Gesamtzugang nach Baden-Württemberg ab. Das Land gewährt vielmehr denjenigen Landkreisen, die – wie bspw. der Rhein-Neckar-Kreis – in den vergangenen Monaten ihre Aufnahmeverpflichtung erfüllt haben, vorerst verringerte monatliche Zuweisungen. Zum anderen lässt sich in der Flüchtlingsfrage noch keine Entwarnung geben, da in den Herkunftsländern die Not der Menschen nach wie vor groß ist und sich künftige Entwicklungen in Griechenland, der Türkei und Nordafrika sowie die Entwicklung neuer Fluchtrouten auch über das Mittelmeer noch in keinster Weise abschätzen lassen.

Erfreut ist der Ordnungsdezernent über die sich schon im Vorfeld abzeichnende Hilfsbereitschaft durch den Weinort mit Bürgermeisterin Sibylle Würfel an der Spitze sowie aus der Bevölkerung. Besonders das ehrenamtliche Engagement, das sich der Flüchtlinge annehmen will, werde den neu ankommenden Flüchtlingen die Eingewöhnung erleichtern, ist er überzeugt.

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